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Basenfasten – Entgiftungskur für Körper und Seele

Viele denken beim Fasten gleich an Hungern. Ein Irrglaube. Das Fasten ist ein freiwilliger Verzicht auf (bestimmte) Nahrungs- und Genussmittel für einen gewissen Zeitraum, um den Körper zu entlasten. Damit verliert man nicht nur unnötige Pfunde. Durch die Entlastung des Körpers werden Entgiftungs- und Entsäuerungsprozesse unterstützt, die einen großen Einfluss auf die Heilung von chronischen Krankheiten und Schmerzen haben können. 

Gifte im Körper? Natürlich haben wir kein Gift im Körper was uns unmittelbar tötet. Aber auch die menschlichen Zellen räumen regelmäßig auf, wobei Abfallstoffe entstehen die ausgeschieden werden müssen. Durch eine ungesunde Ernährung oder ungünstige Lebensumstände wird dieser Prozess gestört bzw. gebremst. Eine Fastenkur kann die Entschlackung wieder ankurbeln und den Körper innerlich reinigen.

Aber nicht nur das. In der Fastenzeit dürfen wir uns zurückziehen, ausruhen und loslassen. Viele Menschen erleben während der Fastenzeit eine innere Klarheit, Leichtigkeit und Freiheit. Des Weiteren kann eine Fastenkur der erste Schritt sein um lieb gewonnene aber ungünstige Süchte loszulassen.

Neben dem Basenfasten gibt es viele weitere Möglichkeiten zu fasten. Die bekanntesten sind wohl das Heilfasten nach Buchinger, Intervallfasten, Saftfasten, die Schroth-Kur und die Mayr-Kur. Hier darf jeder für sich entscheiden, welches die richtige Methode des Fastens für einen selbst ist. In diesem Artikel möchte ich ausschließlich auf das Basenfasten eingehen.

Die Geschichte des Fastens

Das Fasten ist ein Bestandteil aller Religionen. Der Fastende soll sich durch den Verzicht auf seinen Glauben konzentrieren und seinem Gott näher kommen. Im Christentum soll es an das 40tägige Fasten Jesu in der Wüste erinnern. Das Ziel ist bewusster zu leben, um sich auf das wichtigste Fest im Christentum vorzubereiten. Die Fastenzeit bei uns beginnt am Aschermittwoch und endet am Karfreitag.

Dabei ist das Fasten so alt wie der Mensch selbst. Schon seit Urzeiten ist der Mensch gezwungen immer wieder zu fasten. Entweder weil kein Mammut erlegt werden konnte, oder im Winter keine Früchte zum Sammeln verfügbar waren. Später musste aufgrund von schlechten Ernten oder Kriegen auf Nahrung verzichtet werden. Unser Körper ist also natürlicherweise daran gewöhnt Fastenzeiten einzulegen.

Heute wird das Fasten allerdings nicht mehr so streng eingehalten und jeder kann seine Fastenzeit für sich selbst gestalten. Zum Beispiel durch Verzicht auf Alkohol, Süßigkeiten oder Medienkonsum. Da mittlerweile in den westlichen Ländern 24/7 das Essen an jeder Ecke verfügbar ist und unser Körper dafür nicht geschaffen ist so viel Nahrung zu verwerten, leben wir heute in einer Zeit der Wohlstandserkrankungen.

Was ist Basenfasten?

Jedes Lebensmittel wird im Körper entweder sauer oder basisch verstoffwechselt. Alle Organe und Gewebestrukturen im Körper haben einen bestimmten pH-Bereich in dem sie optimal arbeiten können. Auch die Säuren haben ihre Aufgabe, z.B. die Magensäure oder der Säureschutzmantel der Haut. Ein kluges Puffersystem sorgt dafür, dass überschüssige Säuren neutralisiert und abtransportiert werden. Die moderne westliche Ernährung kann dieses System allerdings überlasten. Die überwiegend auf tierischen und zuckerhaltigen Produkten basierende Ernährung führt dazu, dass unser Säure-Basen-Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät und wir damit unseren Organismus überlasten. Dies zeigt sich dann oft an Symptomen wie z.B. chronischer Müdigkeit, unreiner Haut, Muskelverspannungen, Magen-Darm-Beschwerden oder ständig wiederkehrenden Kopfschmerzen.

Lebensmittel wie Obst und Gemüse werden überwiegend basisch verstoffwechselt und liefern uns neben den wertvollen Pflanzenstoffen auch Mineralien wie Calcium, Kalium, Magnesium und Eisen. Außerdem wirken sie entzündungshemmend und sorgen für eine gesunde Darmflora.

Das Basenfasten ist eine zeitlich begrenzte Kur in der man alles essen darf was im Körper basisch verstoffwechselt wird. Es kommt also viel Obst und Gemüse auf den Tisch. Das muss nicht nur in Form von Rohkost sein. Auch dünsten, kochen und braten ist erlaubt. Wichtig beim Basenfasten ist, dass in dieser Zeit nur basische Lebensmittel verzehrt werden und auf Säurebildner wie tierische Nahrungsmittel, Getreide, Milchprodukte und sämtliche Formen von Zucker oder Süßungsmittel verzichtet wird. Auch Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten sind tabu während der Fastenzeit. 

Unterstützt wird die Fastenzeit mit einer Darmreinigung, Leberwickel, Ruhezeiten und körperlicher Bewegung.

Bin ich übersäuert? - Vorteile des Basenfastens

Unsere heutige Ernährung ist überwiegend säurelastig. Wir konsumieren zu viel Fleisch, Milchprodukte sowie Zucker und zu wenig Obst und Gemüse. Diese chronische Säureflut hat nachhaltige Folgen für unseren Organismus. Die überschüssigen Säuren werden nicht mehr ausgeschieden und im Bindegewebe geparkt. Von dort können sie Ursache für viele Beschwerden sein.

  • Muskel- und Gelenkbeschwerden
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Probleme mit Haut, Haaren und Nägeln
  • erhöhte Allergiebereitschaft
  • rheumatische Erkrankungen, Fibromyalgie
  • Herz-Kreislauf- und Magen-Darm-Erkrankungen
  • Osteoporose
  • u.v.m.

Finden Sie sich in einen dieser Punkte wieder, sollten Sie unbedingt Ihre Ernährung auf eine ausgewogene Säure-Basen-Balance überprüfen. Auch die langzeitige Einnahme von Medikamenten kann das Säure-Basen-Gleichgewicht stören.

Es gibt die Möglichkeit eine Übersäuerung mittels Urin-Teststreifen zu überprüfen. Diese Methode ist allerdings oft ungenau. Das hat folgende Gründe. Ernährungsbedingt gibt es tagsüber natürliche Schwankungen. Morgens liegt der Urin natürlicherweise im leicht saurem Bereich. Außerdem kann es sein, dass der Körper nicht mehr in der Lage ist, die Säuren vollständig auszuscheiden. Die viel wichtige Frage wäre also: Verfügt mein Körper noch über ausreichend Pufferkapazität um einen Säureüberschuss vorzubeugen? Das kann uns ein Teststreifen nicht beantworten.

Vermeiden Sie es am Besten schon von vornherein den Körper zu überlasten indem Sie dauerhaft den überwiegenden Anteil Ihrer Nahrung mit basischen Lebensmitteln gestalten. Optimalerweise sollte der Anteil von basischen Lebensmitteln 80% und der Anteil von guten säurehaltigen Lebensmitteln 20% ausmachen. Starten Sie mit einer Woche Basenfasten und stellen Ihre Einkaufsliste Stück für Stück um. Sie werden es nicht nur auf der Waage merken. Ihre Haut wird reiner, die Augen klarer, chronische Beschwerden können sich stark reduzieren und Ihre Laune wird sich ebenfalls bessern. Probieren Sie es aus! Sie können nur gewinnen.

Für wen ist das Basenfasten nicht geeignet?

Grundsätzlich ist das Basenfasten für jeden gesunden Menschen geeignet. Folgende Personen sollten allerdings auf das Fasten verzichten:

  • Menschen in der Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Menschen mit Essstörungen
  • Menschen mit schweren chronischen Erkrankungen (im Endstadium)

Übersicht basischer und säurehaltiger Lebensmittel

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht der basischen und säurehaltigen Lebensmittel.

Eine ausführliche Übersicht der einzelnen Lebensmittel finden Sie z.B. auf der Seite Gesund Heilfasten von René Gräber.

Was kann ich nun also beim Basenfasten essen?

Ein Frühstück könnte z.B. aus einem Obstsalat oder Smoothie bestehen. Dazu eine Tasse Kräutertee.

Zum Mittag oder Abendessen dürfen Sie vielfältige Salate, Suppen oder Kartoffelgerichte schlemmen. Die Menge ist Ihnen überlassen. Achten Sie nur darauf, dass alle Zutaten basisch sind.

Zwischendurch naschen Sie gern ein paar Nüsse wie Mandeln, Walnüsse oder Paranüsse und Trockenobst.

Sowohl im Internet als auch in unzähligen Büchern findet man heute viele tolle Rezepte für das Basenfasten. Darauf spezialisiert hat sich z.B. Sabine Wacker mit deren Büchern man eine tolle Begleitung zum Basenfasten findet. Auch auf ihrer Website Basenfasten gibt sie Unterstützung für Fastende. Um nach der Fastenwoche weiterhin überwiegend basische Mahlzeiten zu sich zu nehmen, empfehle ich die tollen Rezepte vom Zentrum der Gesundheit.

Während der Fastenwoche bleiben Sie bestenfalls bei drei Mahlzeiten täglich und trinken viel Wasser oder Kräutertee. Rohkostgerichte nehmen Sie bitte nur zu sich, wenn Sie es gut vertragen und nicht mehr nach 14 Uhr. Das Abendessen sollte nicht später als 18 Uhr erfolgen. Würzen Sie dezent und kauen Sie sehr gründlich. Die Verdauung beginnt nämlich schon im Mund. Der Obstanteil sollte täglich nicht mehr als 20% der Nahrung ausmachen. Nehmen Sie besser vorwiegend Gemüsegerichte zu sich. Und achten Sie bitte darauf Ihre Nahrungsmittel in Bio-Qualität zu kaufen.

Was kann ich noch während der Fastenzeit unterstützend tun?

Um die Fastenzeit optimal zu unterstützen gibt es einige Dinge die Sie zusätzlich tun können oder sogar sollten.

Leberwickel

Während des Fastens hat die Leber, eines unserer wichtigsten Entgiftungsorgane, Zeit intensiv ihrer Aufgabe nachzugehen. Hierbei können wir sie täglich mit einem Leberwickel unterstützen. Für einen Leberwickel brauchen Sie eine Wärmflasche, ein kleines Handtuch oder Waschlappen und ein großes Handtuch. Füllen Sie die Wärmflasche mit heißem (nach dem Kochen ca. 10 min abkühlen lassen) Wasser. Befeuchten Sie das kleine Handtuch bzw. den Waschlappen mit heißem Wasser und wringen Sie es gut aus. Legen Sie sich bequem auf den Rücken und platzieren Sie das feuchte Tuch auf dem rechten Oberbauch, dort wo die Leber liegt. Legen Sie nun die Wärmflasche auf das feuchte Tuch und umwickeln den Oberbauch fest mit dem großen trockenen Handtuch. So dass keine Luft mehr ran kommt und nichts verrutscht. Nun decken Sie sich mit einer warmen Decke zu und ruhen ca. 20 bis 30 Minuten bevor Sie alles wieder entfernen.

Darmreinigung

Durch das Basenfasten wird der Stoffwechsel noch mal so richtig angekurbelt. Ablagerungen im Körper werden mobilisiert und müssen ausgeschieden werden. Da der Darm als größtes unserer Ausscheidungsorgane dabei einen wichtigen Teil der Arbeit übernimmt, können wir dies durch Einläufe unterstützen. So beugen Sie ebenfalls Blähungen und Völlegefühl vor, die durch die Zersetzung der alten Ablagerungen im Darm entstehen können. Die Einläufe können Sie mit einem Irrigatior selbst zuhause ganz in Ruhe durchführen.

Meditation

Beim Fasten lassen wir alte Gewohnheiten los. Das ist für viele Menschen eine große Veränderung. Durch den Verzicht auf geliebte Nahrungsmittel benötigen wir manchmal einen starken Willen. Mit dem Meditieren können wir unsere Gefühle bewusster wahrnehmen und lernen mit den Gedanken besser umzugehen.

Yoga

Es ist wichtig, dass Sie während des Fastens in Bewegung bleiben. Zum Beispiel mit regelmäßigen Spaziergängen. Aber auch mit bestimmten Yoga- und Atemübungen können Sie die Entgiftung von Körper, Geist und Seele unterstützen.

Sauna

Ein Besuch in der Sauna ist während des Fastens besonders empfehlenswert. Durch das starke Schwitzen unterstützen Sie wunderbar die Ausleitung der Giftstoffe über die Haut. Bitte beachten Sie hier, dass Ihr Kreislauf während der Fastenzeit anders reagiert als sonst. Bevorzugen Sie daher eine Sauna mit einer mittleren Temperatur (bis 70 Grad). Seien Sie auch mit den Abkühlungen zwischen den Saunagängen etwas zurückhaltender. 

Basentabletten/Schüssler-Salze

Wer möchte kann die Fastenkur zusätzlich von innen unterstützen. Mit Basentabletten bzw. Basenpulver oder den richtigen Schüssler-Salzen wird die Freisetzung der Schlacken aus dem Bindegewebe ebenfalls unterstützt.

Schlusswort

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Blogartikel einen Einblick ins Basenfasten geben. Vielleicht haben Sie ja Lust direkt mit einer einwöchigen Fastenkur zu starten. Sollte das Ihre erste Fastenkur sein oder Sie sich noch unsicher fühlen, wenden Sie sich bitte an einen erfahrenen Therapeuten, der Sie beim Fasten begleitet. Sollten bei Ihnen Erkrankungen bestehen, besprechen Sie eine Fastenkur unbedingt vorab mit Ihrem Arzt oder Heilpraktiker.

“Tausende essen sich zu Tode, eh einer stirbt an Hungersnot.” – Hippokrates

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